Heute stelle ich Dir das absolut wichtigste Rezept in meinem persönlichen Ernährungsprogramm vor: Brot. Klingt sauspannend, oder? Nun, es IST sauspannend, so viel kann ich versprechen, denn es hat kaum Kohlenhydrate, ist glutenfrei, quarkfrei, sojafrei, ballaststoffreich, nicht aufwendig zu backen, total lecker und gelingt immer.

Entwickelt wurde das Brot von Enrico Wnendt und Du findest es in seiner neuesten Version hier: Low Carb Brot. Dort bekommst Du auch viele Tipps und Tricks rund um sein Brot sowie eine Abwandlung des Rezepts, um Grissini zu backen. Er ist immer dabei, das Brot weiter zu perfektionieren und hat gerade kürzlich das Rezept verändert, um das Brot fluffiger zu machen, was ich mit Sicherheit auch ausprobieren werde. Er hat mir freundlicherweise erlaubt, Dir meine Lieblingsvariante vorzustellen, die sich stark an seiner Ur-Version orientiert.

Man nehme

  • 280 g gemahlene Mandeln – oder 180 g gemahlene Mandeln und 100 g hochwertiges Proteinpulver, geschmacksneutral*
  • 90 g Indische Flohsamenschalen
  • 100 g Bio Leinsaat geschrotet**
  • 1 TL Salz
  • 5 g Brotgewürz***
  • 2 g Kreuzkümmel (Cumin)***
  • 2 g Kurkuma***
  • 3 Bio-Eier, Größe M
  • 60 g Essig (5%ig)
  • 340 g Wasser, am besten lauwarm
  • 10–12 g Natron

Zuerst vermengst Du alle trockenen Zutaten mit Ausnahme des Natrons gründlich miteinander. Dann alle flüssigen Zutaten hineingeben und mit dem Standrührgerät (Mixeraufsatz) oder Handrührgerät (Mixstäbe) gründlich vermischen.

Mit einem Teigschaber wird der Teig vom Rand der Schüssel in die Mitte gedrückt, so dass ein kompakter Kloß entsteht. Schüssel abdecken und etwa 45 Minuten stehenlassen, damit die Flohsamenschalen die Flüssigkeit in Ruhe aufnehmen können.

Backblech aus dem Backofen nehmen, mit Backpapier belegen und den Backofen auf 170° vorheizen – Umluft oder Ober-Unterhitze ist hierbei wohl relativ egal, ich verwende lieber Ober-Unterhitze.

Das Natron auf den Teig streuen und per Knethaken sehr gründlich durchkneten. Dann erneut mit dem Teigschaber den Teig vom Rand in die Mitte drücken und den Kloß auf das mit Backpapier belegte Backblech legen. Nun die Hände nassmachen und den Laib formen. Ich forme gern einen schönen Quader draus (der geht dann beim Backen zu einer perfekten Brotform auf). Oh, fast vergessen, ist aber nicht ganz unwesentlich: die Backzeit! 80 Minuten bzw. eine Stunde und 20 Minuten.

Dieses Brot muss unbedingt frei gebacken werden. Auf keinen Fall in einer Form, dafür ist es zu feucht und dann hast Du drei mulschige Seiten, das willst Du nicht.

Am Ende der Backzeit das Brot vom Backblech unbedingt auf den Gitterrost übersiedeln und bei offener Backofentür abkühlen lassen. Wenn es nicht mehr heiß aber noch schön warm ist, schneide ich immer einen kleinen Knust ab, bestreiche ihn mit Butter und bestreue ihn mit Meersalz. Herrlich!

Das Brot ist recht kompakt und lässt sich ganz wunderbar in dünne Scheiben schneiden. Bei mir bleibt es im Ofen einfach auf dem Rost liegen (ohne irgendwas drumrum. So werden feuchte Stellen vermieden, an denen es Schimmel ansetzen könnte). Hier hält es fünf Tage wunderbar frisch ohne auszutrocknen, dann ist es alle und ich backe ein neues.

* Was meine ich mit hochwertig? Nun ja … es gibt so einige Dinge, die nicht in ein Proteinpulver gehören. Wer will schon, dass das Brot am Ende nach Erdbeer, Stracciatella oder Süßstoff schmeckt? Aber auch zwischen den geschmacksneutralen Pulvern ohne Süßstoffe gibt es ganz gravierende Unterschiede, nicht nur im Preis. Für diesen Moment darf folgendes gelten: Je weniger Zutaten ein Proteinpulver hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass es seinen Weg in meine Küche findet. Ich verwende für mein Brot Impact Whey Protein von Myprotein, das hat nur zwei Zutaten: Whey Protein und Sojalecithin als Emulgator. Whey Protein (auf Deutsch: Molkeprotein) hat die höchste biologische Wertigkeit aller Proteine, das bedeutet, kurz gesagt, es kann vom Körper am besten verwertet werden.

**Anstelle der geschroteten Leinsaat kannst Du alles Mögliche verwenden: ganze Leinsaat, golden oder schwarz, Sesam, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Pinienkerne, Röstzwiebeln, Schinkenwürfel, Nüsse, getrocknete Tomaten oder ein Gemisch aus irgendwas davon, das am Ende 100 g ergibt. Habe ich fast alles ausprobiert und lecker wird es immer. Nicht wundern: Die Sonnenblumenkerne reagieren auf das Natron und werden ziemlich grün. Das hat keinen Einfluss auf Geschmack oder Haltbarkeit und ist absolut nicht gesundheitsschädlich.

***Brotgewürz, Kreuzkümmel und Kurkuma kannst Du auch ersatzlos streichen. Mir schmeckt es wahnsinnig gut damit, ich hab’s aber auch lieber herzhaft. Wenn Du’s eher süß auf Deinem Brot magst, könnte zumindest der Kreuzkümmel stören.

Nährwerte:

Das ganze Brot, ca. 900 g (Gebacken mit 180 g Mandeln und 100 g Whey Protein)

  • 2146 kcal (8987 KJ)
  • Fett: 154,6 g
  • Kohlenhydrate: 26 g
  • Eiweiß: 136 g

Eine Scheibe, ca. 45 g

  • 107 kcal (449 KJ)
  • Fett: 7,7 g
  • Kohlenhydrate: 1,3 g
  • Eiweiß: 6,8 g