Dann fange ich doch mal mit dem absoluten Klassiker an:

Die Brigitte-Diät 

Die Erfinderin der Brigitte-Diät, Helga Köster, brachte seit Beginn der 1970er Jahre Deutschland in Form. Nach sorgfältiger Recherche konzipierte sie ein einfaches, gesundes, alltagstaugliches Programm, dessen wichtigste Regel sich zum Leitfaden für unzählige Abnehmwillige entwickelte: 1000 Kilokalorien pro Tag. Verteilt wurde diese Menge auf drei Mahlzeiten, Zwischenmahlzeiten waren verpönt. Später wurde die Diät dann doch um zwei kleine Zwischenmahlzeiten erweitert, wodurch die Möglichkeit geschaffen wurde, die Woche recht abwechslungsreich zu gestalten.

Es gab einfache, klare Essenspläne zu befolgen und die dazugehörigen, leicht nachzukochenden Rezepte sowie Tipps und Tricks wurden gleich mitgeliefert. Ein tolles Programm, um Gewicht zu verlieren, Spaß am Kochen zu entwickeln und nebenbei zu erfahren, wie einfach es ist, sich gesund zu ernähren und ohne zu hungern Gewicht zu verlieren.

Ohne Helga Köster hätten die fetten Jahre nach den mageren Kriegsjahren und den sparsamen Wirtschaftswunderjahren sicherlich noch schlimmere Auswirkungen gehabt als ohnehin schon: Zu Beginn der 1970er war etwa die Hälfte der Deutschen übergewichtig und man sprach anerkennend vom Wohlstandsbauch, anstatt sich um die Gesundheitlichen Probleme zu kümmern, die der mit sich brachte. Es gab noch keine Light-Produkte, Jogging hieß Dauerlauf, und um sich sportlich zu betätigen, fuhr man mit der Familie in einen Wald mit Trimm Dich Pfad, trat einem Sportverein bei oder machte Morgengymnastik.

Als Frau Köster 1984 die Brigitte-Redaktion verließ, war nur noch ein Drittel der Deutschen zu dick, woran sie ganz sicher einen großen Anteil hatte, denn sie hatte in der breiten Öffentlichkeit ein Bewusstsein für Ernährungsprobleme geschaffen und – vor allem – sie lieferte die einfache Lösung dafür. Auch 40 Jahre später kommen viele Abnehmwillige auf „die alte Brigitte-Diät“ zurück oder entdecken sie neu. Und dank ebay wächst die Schar der Helga-Köster-Fans, die alte Brigitte-Ausgaben mit Diätbeilage ersteigern, bis heute.

Nach dem Ausstieg von Helga Köster erfand sich die Brigitte-Diät laufend neu. Sie bezog nun mehr und mehr die Ernährungswissenschaften und verschiedene Ernährungstrends mit ein und glich sich auch immer wieder mit den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ab. Seit 2003 wird die Brigitte-Diät von der Ökotrophologin Anna Ort-Gottwald betreut und ist komplizierter geworden, aber das Grundkonzept ist geblieben: Gesund und alltagstauglich mit leckeren, schnellen Rezepten, Tipps und Tricks. Neuerdings gibt es mediterrane Rezepte der Sterneköchin Cornelia Poletto im Programm, was das Ganze sogar nochmal leckerer machen sollte.

Fünf Fragen zur Brigitte-Diät

Gut oder schlecht? Ganz klar: Gut.

Schnell oder langsam? Langsam aber stetig und gesund.

Teuer oder preiswert? Man kauft frische Zutaten, das ist immer teurer als Fertiggerichte, aber viele der Mahlzeiten sind als Doppelpack für zwei Tage konzipiert und sparen so Zeit und Geld. Und frische Zutaten sind, im Gegensatz zu Fertiggerichten, an sich immer ihren Preis wert!

Was ist mit dem Jojo-Effekt? Hier fehlt es mir ein wenig am Umdenken. Dadurch, dass man bloß Pläne befolgt, lernt man nicht viel über gute Ernährung. Aber wenn man das über längere Zeit macht, kann eine Gewöhnung an bessere Ernährung durchaus eintreten, vor allem, weil man die Erfahrung macht, dass richtiges Essen so viel besser schmeckt als Fertigkram. Man wird hinterher auf jeden Fall nicht alleingelassen, denn es gibt auch dafür Pläne, das erreichte Gewicht nach dem Abnehmen zu behalten.

Für wen ist das Programm gut? Für alle, die keine Zeit oder Lust haben, in der Küche kreativ zu werden oder für die, die abnehmen möchten, ohne sich mit dem wie und warum genauer befassen zu müssen.

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