Ein weiterer Klassiker ist das Programm, das an sich keins ist:

FdH („friss die Hälfte“) oder Kalorien reduzieren

Alle Ernährungsprogramme, die einen Gewichtsverlust zum Ziel haben, setzen langfristig darauf, dass mehr verbraucht als zugeführt wird, also kümmere ich mich um den ganzen Diätquatsch nicht und lasse ganz einfach die Hälfte weg. Das hat den Vorteil, dass ich auf nichts liebgewonnenes verzichten muss. Cheseburger statt BigMac, kleine Cola, kleine Pommes und dann auch lieber Ketchup statt Majo, in Ketchup ist Gemüse. Klingt gut, das wird sicherlich klappen, vorausgesetzt ich bin ein einfacher Verbrennungsmotor und nicht, wie die meisten Leute, ein furchtbar komplizierter biochemischer Organismus.

Aber im Ernst: Wenn ich meine alltägliche Mangelernährung auch noch um die Hälfte reduziere, nehme ich ja auch halb so viele verwertbare Nährstoffe zu mir. Das nimmt der Körper irgendwann übel.

Der andere Punkt ist, dass es sogar noch schwieriger durchzuhalten ist, als Nulldiät. Was mache ich denn mit der zweiten Pizzahälfte? Die kommt in den Kühlschrank, die esse ich morgen. Es sei denn, ich komme ganz zufällig am Kühlschrank vorbei und sehe hinein. Mmmhm Pizza! Die schmeckt morgen doch gar nicht mehr. Eine halbe Tüte Chips ist offen. Eine halbe Tafel Schokolade ist angebrochen. Eine halbe Schachtel Kekse – die stauben doch ein!

Auch bloßes Kalorienzählen ist keine gute Idee. Dann esse ich Salat statt Nüsse, weil der ja so wenig Kalorien hat. Aber die Nuss hätte mir sehr gut getan, mit all ihren wunderbaren Nährstoffen, die im Salat nunmal nicht vorhanden sind. Wer bloß die Kalorien zählt, ohne die Ernährung ausgewogen zu gestalten, kommt um Heißhungerattacken gar nicht herum, weil unser Körper sich meldet, wenn er was braucht. Und wer bloß auf die Kalorien schaut, kauft im Supermarkt gern mal das absolut falscheste: Lightprodukte. Das weggelassene Fett in Lightprodukten, das als Geschmacksträger nicht zur Verfügung steht, wird oft durch Geschmacksverstärker und Zuckerstoffe ersetzt, die den Insulinspiegel nach oben schnellen lassen, was umgehend wieder hungrig macht.

Fünf Fragen zu fdH/Kalorienzählen

Gut oder schlecht? Schlecht. Ganz schlecht!

Schnell oder langsam? Für so eine ungesunde und psychisch aufwändige Methode nicht schnell genug. Und man nimmt weder gleichmäßig noch an den richtigen Stellen ab.

Teuer oder preiswert? Eher billiger, weil man weniger isst, sollte man denken, aber wenn man ganz pfiffig sein möchte und genauso viel isst, dabei aber alles durch Light-Produkte ersetzt, kann es schnell sehr teuer werden. Und wenn man den inneren Schweinehund austricksen will und die zweite Pizzahälfte wegwirft, kostet die gegessene Hälfte doppelt so viel.

Was ist mit dem Jojo-Effekt? Der ist bei dieser Methode garantiert. Zwei runter, vier wieder drauf und kein Lernerfolg.

Für wen ist das Programm gut? Für niemanden.

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