Du kennst doch bestimmt Werbung für WC-Reiniger. „… der reinigt bis unter den Rand“. Was die Werbung nicht verrät, ist, dass es jemanden braucht, der ihn dort hinbringt, denn von alleine würde der Reiniger nie auf die Idee kommen. Klingt aber so.

Ganz genauso ist es mit den Versprechungen derer, die an Ernährungsprogrammen verdienen. Es wird nicht wirklich gelogen, aber die ganze Wahrheit wird rhethorisch geschickt umschifft. Niemand würde eine Zeitschrift, ein Buch oder Produkte kaufen oder an einem Ernährungsprogramm teilnehmen, wenn es da hieße: „das ist total schwer durchzuhalten, man kommt mindestens zwei Mal die Woche dem Aufgeben ganz nah, aber wenn man durchhält, wird es irgendwann immer einfacher und am Ende hat man wirklich viel für sich getan und ist total stolz …“. Da ist „In 14 Tagen zur Bikinifigur“ schon irgendwie mitreißender. Aber hier kommt die wahre Wahrheit:

Es ist nicht einfach. Egal, was sie Dir sagen. Wir sind hier nicht zusammengekommen, weil wir total gut darin sind, einer Leckerei zu widerstehen.

Es geht nicht schnell. Was schnell geht, ist immer nur der beeindruckende Wasserverlust, wenn zu Beginn eines Programmes die Glykogenspeicher geleert werden und der Körper auf Eiweiß- und Fettabbau umschaltet. Da sind ganz schnell zwei, drei, vier Kilo weg. Aber ab dann geht es eher schleppend und das ist sehr, sehr gut, obwohl es unserer geschundenen Seele manchmal wirklich helfen würde, wenn es schneller ginge, aber der Körper ist mit nicht ganz so schnell einfach weitaus glücklicher.

Es ist selten wirklich preiswert – obwohl … Je nach Programm nehmen wir meist Dinge zu uns, die wir vorher nicht gegessen oder getrunken haben und kaufen fortan vielfach eher einzelne Zutaten statt fertig zubereiteter Gerichte. Und hier kommt mein dickes obwohl: Wir haben eventuell die 1,49-Pizza verloren, aber wir verlieren auch die ganzen überteuerten Sachen, die wir schnell mal am Bahnhof kaufen, verlieren MC Donalds, KFC, Burger King und Subway, verlieren die Pizza vom Lieferservice, die Eisdiele, den Asiaten, den Griechen, den Italiener und die meisten Getränke. Und wenn wir all das Nicht-zu-uns-genommene mit einrechnen, sparen wir mit teurerer Ernährung tatsächlich eine ganze Menge Geld. Nur rechnen wir meist nicht so, sondern blicken wehmütig auf die Dose 89-Cent-Ravioli, die im Supermarkt stehen bleibt.

Es ist nicht gesund. Das ist zum Glück völliger Quatsch, wenn wir das richtige Programm auswählen – und es gibt für absolut jeden Ernährungstyp das richtige, gesunde Programm.

Fazit: Drei von vier auf der Habenseite. Nur einfach ist es einfach nicht. Ein kleiner Trost: Du kannst Dich schon mal auf meine erste Serie freuen: „Die zehn wichtigsten Ernährungsprogramme“.